Was tun bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind ein wahres Volksleiden geworden, was auch nicht weiter verwunderlich ist, wenn man sich ansieht, wie rückenfeindlich die moderne Gesellschaft geworden ist. Lange Sitzphasen ohne Unterbrechung, ungesunde Stühle und mangelnde Bewegung sind nur einige Faktoren, die dazu beitragen, dass durch Rückenleiden sogar nachhaltige wirtschaftliche Verluste für Firmen entstehen, deren Mitarbeiter dadurch ausfallen.

Unabhängig davon steht bei Rückenschmerzen der Mensch im Mittelpunkt: Er leidet dadurch schlimmstenfalls unter starken Schmerzen und interessiert sich in solchen Momenten nur dafür, wie er sie schnell und langfristig loswird. Zunächst steht aber die Frage im Raum, woher die Schmerzen kommen und welche Behandlung dafür überhaupt geeignet ist.

Rückenschmerzen – eine Volkskrankheit?

Wenn man nicht zu den Personen gehört, die das zweifelhafte Glück haben, eigene Erfahrungen mit Rückenschmerzen gemacht zu haben, kennt man sicherlich jemanden, der sich nicht erst seit gestern damit herumschlagen muss. Jeder dritte Deutsche leidet laut Statistiken unter gelegentlichen Rückenschmerzen, spätestens im Erwachsenenalter lernen die meisten Menschen sie kennen. Sie sind fast in allen Berufsgruppen ein Problem, denn ob man draußen oder drinnen im Büro arbeitet, macht fast keinen Unterschied – Problemquellen erkennt man überall, wenn man mit offenen Augen durchs Arbeitsleben geht.

Im Büro kommen beispielsweise :

  • ungesunde Sitzgelegenheiten,
  • unergonomische Stühle und schlecht eingestellte Schreibtische in Frage,
  • bei körperlicher Tätigkeit besteht das größte Problem darin, dass man sich ungesund bückt und den Rücken dadurch besonders stark und ungünstig belastet. Würde es sich dabei um einmalige Gelegenheiten handeln, wäre unser Rücken damit nicht überlastet; doch da man sich solchen Belastungen fast täglich unterziehen muss, werden sie langfristig zum Problem und sorgen dafür, dass sich Schmerzen und Beschwerden entwickeln.

Woher kommt der Rückenschmerz?

Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen, sie gehen von unterschiedlichen Teilen des Rückens aus und haben verschiedene Ursachen. Zunächst aber muss der Schmerz lokalisiert werden, denn so kann man bereits Genaueres sagen.

Häufig gehen die Beschwerden vom Lendenbereich aus, mal aber auch von der Mitte des Rückens oder von Schultern und Nacken, die noch zur Wirbelsäule gehören. Je genauer man die Quelle der Schmerzen bestimmen kann, desto mehr kann man dem Arzt oder dem Masseur sagen, wenn man sich dafür entscheidet, einen Fachmann aufzusuchen. Wenn man nicht sicher ist, reicht es, den Rücken in drei Bereiche zu unterteilen und zu entscheiden, ob :

  1. der Schmerz eher mittig ist
  2. oder von Nacken
  3. oder Lendenbereich ausgeht – auch damit kann man etwas anfangen.

Wichtig ist aber auch, ob die Beschwerden von der Muskulatur oder der Wirbelsäule ausgehen. Das kann man einfach lokalisieren – mittig liegende Schmerzen liegen vermutlich an der Wirbelsäule, sie sind häufig reibend und können ausstrahlen. Schmerzen in der Muskulatur spannen spürbar und ziehen sich über den ganzen Rücken, strahlen aber seltener aus. Sie treten bei Bewegung oder bestimmten Bewegungen auf oder werden dann spürbar stärker, während Schmerzen der Wirbelsäule ständig da sind.

Rückenschmerzen durch Überlastung

Besonders häufig sind Rückenschmerzen, die durch eine sporadische Überlastung auftreten. Am ehesten vergleichen kann man sie mit Muskelkater, denn auch dabei treten Verletzungen der Muskeln auf, die gekittet werden müssen. Eine ungünstige Bewegung oder eine leichte Überlastung beim Sport kann ausreichen, schon schmerzt die Muskulatur des Rückens.

Dabei handelt es sich um Beschwerden, die nicht unbedingt schlecht sein müssen – denn wenn Muskulatur verletzt ist, wird sie vom Körper stärker wieder aufgebaut, um künftig nicht mehr so empfindlich zu reagieren. Allerdings muss in dieser Zeit der Rücken geschont werden, da die Verletzung trotzdem erst ausheilen muss. Erkennen kann man leichte, vergleichsweise harmlose Überlastungsschmerzen an Symptomen wie diesen:

  • Schmerzen werden bei bestimmten Bewegungen stärker
  • die betroffene Stelle kann sich wärmer anfühlen als die Umgebung
  • ständiger Spannungsschmerz

Rückenschmerzen durch Wirbelprobleme

Die Liste der Wirbelprobleme ist schier unendlich. Zu den seltenen Ursachen gehören Tumoren, die für eine Verschiebung sorgen oder die sich zwischen die Wirbel drängen und dadurch zu Schmerzen führen. Weitaus häufiger sind Bandscheibenvorfälle oder genetisch bedingte instabile Wirbel, die sich immer wieder verschieben. Auch solche Probleme entstehen nicht spontan, sondern entwickeln sich mit der Zeit und können verhindert werden, indem man den Rücken schont.

Man erkennt solche Probleme an Beschwerden und Schmerzen, die von der Wirbelsäule ausgehen häufig kann man sie direkt lokalisieren und dem Arzt sagen, woher sie kommen. Stutzig werden sollte man, wenn die Schmerzen immer stärker werden und von der Mitte des Rückens ausgehen. Einige spezielle Bewegungen können sie schlimmer werden lassen, in der Regel ist der Schmerz jedoch gleichbleibend.

Bei Rückenschmerzen zum Arzt?

Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, bei Rückenschmerzen einen Arzt aufzusuchen. Wenn die Schmerzen nicht direkt am Folgetag wieder weg sind und nicht mehr wiederkommen, sollte man sich immer in die Hände eines Fachmanns begeben, auch wenn man das Problem selbst nicht so ernst nimmt und es sich bislang nur um leichte Schmerzen handelt, die immer mal auftreten können.

Wiederkehrende oder stärker werdende Schmerzen sind immer ein Grund, den Arzt zu konsultieren – er kann Probleme rechtzeitig erkennen und dafür sorgen, dass die Rückenschmerzen nicht noch schlimmer werden, als sie jetzt schon sind.

Was hilft gegen Rückenschmerzen

Die meisten Menschen gehen eher nicht zum Arzt, wenn sie Rückenschmerzen bemerken. Dadurch können sie sich zwar verschlimmern, doch im alltäglichen Leben sieht es nun einmal so aus, dass viele Betroffene davon überrascht werden und gar keine Zeit haben, sich einen Arzttermin aufzubürden. Vielleicht befürchten sie auch, dass der Arztbesuch eine langwierige Behandlung nach sich zieht, die den Arbeitsplatz gefährden könnte – und sie helfen sich selbst aus. Nicht jede Methode funktioniert, weshalb man sich an die folgenden erprobten Verfahren halten sollte:

  • Schmerzmittel: frei erhältliche Mittel eignen sich in Maßen für kurze Phasen
  • Wärmepflaster: sie spenden Wärme und lockern verspannte Muskeln
  • Dehn- und Streckübungen: sofern man dabei keine Schmerzen hat, lösen auch sie Verspannungen
  • Massagen: professionelle Masseure oder Physiotherapeuten können Spannungsschmerz heilen

Rückenschmerzen Übungen

Häufig helfen einfache, leichte Dehn- und Streckübungen gegen Rückenschmerzen. Sie eignen sich dafür, Verspannungen zu lösen und den Rücken allgemein zu entspannen – deswegen eignen sie sich auch zur Vorbeugung. Wenn man bereits Rückenschmerzen hat, sollte man sich trotzdem vorher mit dem Arzt absprechen und ausschließen, dass dabei etwas schiefgehen kann, denn Dehn- und Streckübungen lassen sich nur bei gesundem Rücken gefahrlos ausüben.

Am besten lässt man sich in einem professionellen Fitnessstudio oder bei der Physiotherapie beraten und kann sich dabei Übungen zeigen lassen, die die Muskulatur des Rückens stärken. Eine straffe Muskulatur wird dafür sorgen, dass man weniger anfällig für Schmerzen durch Belastung ist. Ideal für zu Hause sind beispielsweise Sit-Ups, Dehnübungen mit Hilfsmitteln wie Gummibändern oder auch einfache Übungen für überall wie Schulterdehner sind optimal dafür geeignet, Beschwerden vorzubeugen, bevor sie entstehen.

Rückenschmerzen was tun gegen das altbekannte Leiden?

Rückenschmerzen bekommt fast jeder einmal im Leben, man kann sich schlecht dagegen wehren. Selbst dann, wenn man im privaten Bereich darauf achtet, den Rücken zu schonen, kann man nie sicher gewährleisten, dass das auch im Beruf so bleibt. Deswegen ist es sinnvoll, vorzubeugen: indem man Fitness-Übungen speziell für den gesunden Rücken in den Alltag einbindet und bedenkt, dass der Rücken auf etwas Unterstützung angewiesen ist, wenn er dauerhaft gesund bleiben soll.

Durch eine starke, belastungsfähige Rückenmuskulatur kann man vieles verhindern und dafür sorgen, dass die Wirbelsäule effektiv und zuverlässig gestützt wird. So wiederum kann der Rücken die alltäglichen Belastungen besser aushalten, denen er von ganz alleine unterliegt, und er ist nicht mehr so anfällig für Schmerzen durch die kleinste Belastung.

Wichtig ist aber auch, richtig auf beginnende Anzeichen von Rückenproblemen zu reagieren. Wenn sich abzeichnet, dass man mit sanften Schmerzmitteln und Dehnübungen nicht langfristig weit kommen wird, sollte man den Arzt aufsuchen und den Rücken untersuchen lassen.

Es kann zwar sein, dass hinter den Schmerzen schwerwiegende Probleme stecken, doch wenn man diese nicht behandeln lässt, verschlimmern sie sich und werden mit der Zeit zum Selbstläufer – und dann ist es schlimmstenfalls zu spät, um die Rückenschmerzen wieder vollständig heilen und verschwinden zu lassen.